Ingwer

Heute  möchte ich ergänzend zum Beitrag „Kann man gute Laune essen“ etwas über Ingwer berichten.

Ingwer stammt aus Indonesien und ist schon mehr als 5000 Jahre bekannt. Die Knolle ist ein unterirdischer Spross einer bis zu 2 m hohen Staude. Sie enthält viele Scharfstoffe (Gingerole) und ätherische Öle. Die Gingerole werden durch Lagerung, Kochen oder Trocknen in die noch schärferen Shogaole umgewandelt. Sie aktivieren die Wärmerezeptoren unseres Körpers, wodurch das Blut in die Adern schießt und den Organismus für kurze Zeit aufheizt. Durch die Wahrnehmung der Schärfe im Mund entsteht zusätzlich der sog. „Pepper-High-Effect“. Das Brennen wird im Gehirn als Schmerz wahrgenommen, daraufhin werden  Endorphine ausgeschüttet, die den Schmerz lindern sollen, aber gleichzeitig ein gesteigertes Glücksempfinden und leichte Euphorie bewirken.

Die Scharfstoffe des Ingwers haben eine ähnliche Wirkung wie Acetylsalicylsäure (Aspirin), sie wirken entzündungshemmend, schmerzlindernd und blutverdünnend.  Durch die Aktivierung der Wärmerezeptoren werden die Produktion von Speichel und Magensaft gesteigert, so dass Ingwer auch als verdauungsfördernd gilt.

Der antibakterielle Effekt des Ingwers unterstützt beim grippalen Infekt das Immunsystem und soll die Beschwerden lindern. Eine Hühnersuppe mit Ingwer (oder Ingwertee) kann also bei Erkältungen helfen.

Bekannter ist sicher, dass die scharfe Knolle gegen Reiseübelkeit hilft, die Inhaltstoffe des Ingwers lindern Übelkeit und Erbrechen ähnlich gut wie vergleichbare chemische Mittel.

Es gibt also viele Gründe mal wieder ein Gericht mit Ingwer zu kochen, z. B. Karottensuppe mit Ingwer.

Ingwer soll nicht im Kühlschrank gelagert werden. Man kann die Knolle über längere Zeit unverpackt an der Luft liegen lassen und immer wieder kleine Mengen  abschneiden. Durch seine antibakteriellen Eigenschaften verschließt Ingwer seine Schnittstellen selbst.